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Basierend auf der Überlegung, dass der Fortlauf der ständig sich nach oben drehenden Gewichtsspirale nur durch eine radikale Reduzierung der zu bewegenden Masse zu erreichen ist, setzten sie mit diesem Auto ein faszinierendes Leichtbau-Konzept um. Denn der neue BMW M3 CSL vereint in sich nicht nur mehr Leistung als der bereits sehr temperamentvolle M3. Er setzt dem Mehr an Power auch ein deutliches Weniger an Gewicht gegenüber.
Doch nicht radikales Abmagern einer Kilogramm-Diät allein wegen stand bei der Entwicklung des M3 CSL im Vordergrund. Vielmehr hatten sich seine Konstrukteure auf die Fahnen geschrieben, mit diesem Auto einen fahrdynamischen Purismus zu generieren, der sich wie ein roter Faden durch sämtliche Komponenten zieht. Das Ergebnis ist schließlich ein einzigartiger, absolut reiner Fahrcharakter.
So erreicht der neue M3 CSL eine berauschende Agilität und erweckt beim Fahrer ultimative Fahrfreude, er schafft dank seines niedrigen Leistungsgewichts von nur 3,85 kg/PS den Sprung in eine ganz neue Dynamikklasse. Damit, darin sind sich seine Erbauer bei BMW M sicher, lässt sich die Acht-Minuten-Schallmauer auf der legendären Nürburgring-Nordschleife, dem maßgeblichen Prüfstein für höchste Fahrzeuganforderung, durchbrechen.
Mehr Fahrdynamik dank Intelligenten Leichtbaus
Intelligenter Leichtbau heißt jene Formel, nach der diese Spezialisten für hochdynamische Autos vorgegangen sind. Sie verstehen darunter eine konsequente Gewichtsreduzierung durch den Einsatz der am jeweils bestgeeigneten Werkstoffe an der richtigen Stelle. So spart etwa Kohlefaserverstärkter Kunststoff, das "Formel-1-Material", nicht nur Gesamtgewicht (rund 110 Kilogramm weniger als beim Serien M3, der M3 CSL wiegt nur noch 1385 Kilogramm), sein Einsatz gerade an den Karosserie-Extremitäten ermöglicht auch höhere Kurven-Geschwindigkeiten.
Schon von vorne zeigt der M3 CSL durch seine neu geformte, bullige Frontschürze aus Kohlefaser-verstärktem Kunststoff (CFK) mit zusätzlicher Motoransaugluftöffnung auf der Fahrerseite, dass er sehr zielgerichtet auf sportliche Höchstleistung hin ausgelegt ist. Flaps in Sichtoptik reduzieren zudem den Auftrieb an der Vorderachse spürbar.
Auch das andere Ende des Autos erfuhr durch die neu geformte Heckklappe aus Sheet Moulding Compound (SMC) samt integriertem Spoiler einen deutlich reduzierten Auftrieb, ergänzt durch den Heckdiffusor aus CFK.
Innovative Materialien an der richtigen Stelle
Besonders signifikant wirkt sich der Intelligente Leichtbau des M3 CSL beim Dach in CFK-Sichtoptik aus. Dieses großflächige Bauteil, im BMW Werk Landshut von Spezialisten gefertigt, ist nicht nur rund sechs Kilogramm leichter als ein herkömmliches Dach. Es senkt durch seine exponierte Position auch den Schwerpunkt des Autos.
Nahezu jedes Bauteil des M3 nahmen sich die Ingenieure von BMW M bei ihrer Gewichtsprüfung vor und verbanden es mit den am besten geeigneten Materialien zur Gewichtseinsparung. So fanden sie sogar Glasfaser-Kunststoffe aus der Luft- und Raumfahrt für den M3 CSL, wie etwa den Baustoff Endlosglasfaser-Thermoplast für die Trägerstruktur der Durchlade und den hinteren Stossfängerträger. Oder die Papierwaben-Sandwichplatte für den Gepäckraumboden - wie schon der M3 hat auch der M3 CSL außerdem eine Motorhaube aus Aluminium, seine Heckscheibe besteht aus Dünnglas.
Gut für mehr Längsdynamik: der erstarkte M3 CSL-Motor
Doch nicht nur intelligent eingesetzte Leichtbau-Ideen geben dem M3 CSL seine deutliche Mehr-Dynamik. Auch sein Reihensechszylinder-Triebwerk, bekannt durch das M Hochdrehzahlkonzept, wurde überarbeitet. 360 PS (265 kW) Leistung bei 7 900/min holten die M Ingenieure aus 3,2 Liter Hubraum, das ergibt einen sensationellen Wert von 111 PS/L. Das maximale Drehmoment beträgt 370 Nm bei 4 900/min.
Die Gewichtsoptimierung des M3 CSL wird auch am Motor umgesetzt - geringere Wandstärken an der Abgasanlage sowie ein Luftsammler aus Kohlefaser kennzeichnen die modifizierte Kraftquelle. Ihr charakteristischer Rennsport-Sound resultiert aus der neuen Ansaugluftführung.
Diese neue Ansaugluftführung mit ihrer extrem großen Ansaugöffnung und dem großen Luftsammler aus Kohlefaser sorgen dafür, dass der Motor noch mehr Luft ansaugen kann. Zu diesem Zweck werden auch Nockenwellen mit längeren Ventilöffnungszeiten verbaut. Die Berechnung der Luftmenge ist der Formel-1-Methodik entnommen. Um das Ausströmen des Abgases zu erleichtern, werden optimierte Auslassventile, ein geänderter Abgaskrümmer und trichterförmige Rohreintritte im Schalldämpfer eingesetzt.
Solchermaßen erstarkt, schafft der M3 CSL den klassischen Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in nur 4,9 Sekunden, von Null auf Tempo 200 benötigt er nur 16,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt.
M3 CSL-Getriebe: schalten wie in der Formel 1
Selbstverständlich kommt beim M3 CSL auch das sportlichste Getriebe von BMW M zum Einsatz, das Sequenzielle M Getriebe mit Drivelogic. Es basiert ebenfalls auf Formel-1-Technologie und garantiert schnellste Gangwechsel (bis zu 0,08 Sekunden) für die sechs möglichen Fahrstufen mit entsprechend direktem Zugkraftanschluss. Der Fahrer kann zwischen dem sequenziellen und einem automatisierten Schaltmodus wählen und hat dann dank Drivelogic insgesamt elf mögliche Schaltzustände zur Verfügung. Auch das
SMG Drivelogic wurde komplett neu auf den M3 CSL hin abgestimmt.
Eine Besonderheit hierbei ist die für den M3 CSL modifizierte, so genannte Launch Control. Wünscht der Fahrer etwa einen optimalen Start aus dem Stand, kann er nach Wahl des Beschleunigungsassistenten ohne eigenes Eingreifen bis zur Höchstgeschwindigkeit beschleunigen, die Gänge wechselt SMG selbsttätig knapp vor der Drehzahlgrenze.
Präzise wie ein Rennwagen
Eine größere Spurweite an der Vorderachse sowie Änderungen an der Fahrwerksgeometrie ermöglichen dem M3 CSL Spitzenleistungen im Fahrverhalten, wie sie sonst nur reinrassigen Renntourenwagen vorbehalten sind. Dazu gehören modifizierte Federn und Dämpfer ebenso wie die komplett neu abgestimmte Lenkung dieses Autos, die ein buchstäblich "messerscharfes" Handling erlaubt. Auch die Bremsanlage wurde hinsichtlich noch besserer Verzögerungswerte weiter modifiziert, jetzt kommt der M3 CSL aus 100 km/h unter optimalen Bedingungen in weniger als 34 Metern zum Stillstand. Für speziellen Rennstrecken-Einsatz kann der Kunde auch Sportbremsbeläge ordern.
Ebenfalls sehr speziell ausgelegt ist die Bereifung des M3 CSL.
Die Michelin Pilot Sport Cup-Reifen, eigens für dieses Auto entwickelt, weisen die Dimensionen 235/35 ZR 19 (vorne) und 265/30 ZR 19 (hinten) auf, sie sind auf ebenfalls speziellen Aluminium-Rädern der Größe 8½ J x 19 (vorne) und 9½ J x 19 (hinten) montiert. Die Profilgestaltung dieser Spezialreifen ist asymmetrisch ausgelegt und bietet ein enorm hohes Grip-Niveau.